Die versteckten Kosten von „No Cost EMI“- und 0 %-Finanzierungsprogrammen
Sie suchen online nach einem neuen Laptop oder einem High-End-Smartphone. Sie schauen auf das Preisschild von 1.200 US-Dollar und zögern. Dann fällt Ihnen ein farbenfrohes Banner ins Auge: ** „Jetzt kaufen, später bezahlen! Keine Kosten für EMI. 0 % Zinsen für 12 Monate.“ **
Es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Warum heute 1.200 US-Dollar bezahlen, wenn Sie ein Jahr lang 100 US-Dollar im Monat völlig kostenlos bezahlen können?
Die Wahrheit ist, dass Banken und Finanzinstitute keine Wohltätigkeitsorganisationen sind. Es handelt sich um hochprofitable Unternehmen. Wenn sie Ihnen Geld zu „0 % Zinsen“ leihen, können Sie absolut sicher sein, dass sie ihr Geld woanders zurückbekommen. Hier ist die Realität hinter kostenlosen EMIs.
1. Der verschwindende Rabatt
Die häufigste Art und Weise, wie Einzelhändler ein „No Cost EMI“-Programm finanzieren, besteht darin, die Zinskosten selbst zu übernehmen und sie direkt an die Bank zu zahlen. Warum sollten sie das tun? Um den Umsatz anzukurbeln.
Wenn ein Einzelhändler jedoch bereit ist, der Bank in Ihrem Namen 100 US-Dollar Zinsen zu zahlen, bedeutet das, dass er 100 US-Dollar Spielraum beim Preis des Artikels hat.
- Wenn Sie sich für das kostenlose EMI entscheiden: Sie zahlen den vollen UVP von 1.200 $.
- Wenn Sie im Voraus in bar bezahlen: Sie können oft einen Barrabatt aushandeln, oder der Online-Händler hat möglicherweise einen versteckten Coupon für Vorauszahlungen, wodurch der Preis auf 1.100 $ sinkt.
Durch die Aufnahme des „0 %-Zins“-Darlehens verzichten Sie im Wesentlichen auf einen Skonto. Der „verlorene Rabatt“ ist Ihr versteckter Zinssatz.
2. Hohe Bearbeitungsgebühren
Viele Null-Prozent-Finanzierungsangebote umgehen die Zinssätze vollständig, belasten Sie jedoch mit vorab anfallenden „Bearbeitungsgebühren“.
Stellen Sie sich vor, Sie finanzieren ein Gerät im Wert von 500 US-Dollar über einen Zeitraum von 6 Monaten zu 0 % Zinsen, die Bank erhebt jedoch eine nicht erstattungsfähige Bearbeitungsgebühr von 35 US-Dollar für die Einrichtung des EMI. Wenn Sie einen [Zinsrechner] (/interest-rate-calculator) verwenden, um die Mathematik rückzuentwickeln, ist die Zahlung von 35 $ für einen Kredit von 500 $ für sechs Monate das mathematische Äquivalent der Zahlung eines effektiven Jahreszinses von etwa 24 %!
3. Die GST-/Steuerfalle
In vielen Ländern (z. B. Indien) erlässt der Händler zwar die Zinsen für ein „No-Cost-EMI“ oder ermäßigt diese, die Regierung erhebt jedoch dennoch GST (Goods and Services Tax) auf den Zinsanteil, den die Bank erhoben hätte.
Das bedeutet, dass Ihre Hauptzahlung zwar möglicherweise den Kosten des Artikels entspricht, auf Ihrer Kreditkartenabrechnung jedoch jeden Monat zusätzliche kleine Steuergebühren ausgewiesen werden, die auf der Checkout-Seite des Einzelhändlers nie erwähnt wurden.
4. Die „Missed Payment“-Landmine
Eine 0%-Finanzierung ist eine Gratwanderung. Die Geschäftsbedingungen sind bekanntermaßen unnachgiebig.
Wenn Sie eine einzige Zahlung auch nur um einen Tag versäumen, wird die Bank die 0 %-Aktion sofort stornieren. Sie werden Ihnen sofort Verzugszinsen (oftmals unglaubliche 25 % bis 30 % effektiven Jahreszins) auf den gesamten Originalsaldo des Kaufs zurückbelasten, und zwar ab dem Tag, an dem Sie den Kauf getätigt haben.
Die psychologische Falle
Letztendlich sind kostenlose EMI-Systeme darauf ausgelegt, Ihre Budgetsensoren zu umgehen. Studien zeigen, dass Verbraucher bis zu 30 % mehr ausgeben, wenn ihnen monatliche Zahlungsmöglichkeiten anstelle von Pauschalpreisen angeboten werden. Sie gehen vielleicht nur in den Laden, um einen einfachen Fernseher für 400 US-Dollar zu kaufen, aber der Verkäufer überredet Sie, einen OLED-Fernseher für 1.200 US-Dollar zu kaufen, weil „es nur 100 US-Dollar pro Monat kostet, ohne Zinsen!“
Das Urteil
Sind 0 % EMI-Systeme immer schlecht? Nein. Wenn Sie den Artikel bereits in bar kaufen wollten, kein Skonto möglich ist, keine Bearbeitungsgebühren anfallen und Sie zu 100 % diszipliniert genug sind, um die automatische Zahlung einzurichten, kann dies eine clevere Möglichkeit sein, den Cashflow zu verwalten.
Aber lesen Sie immer das Kleingedruckte. „Kostenlos“ ist in den meisten Fällen das teuerste Wort im Finanzwesen.