Was ist eine Home Equity Line of Credit (HELOC)? Ein vollständiger Leitfaden
Wenn Sie Ihr Haus schon seit ein paar Jahren besitzen, besteht eine gute Chance, dass Sie auf einer Goldgrube an „Eigenkapital“ sitzen.
Eigenkapital ist die Differenz zwischen dem aktuellen Wert Ihres Hauses auf dem freien Markt und dem, was Sie der Bank noch schulden. Wenn Ihr Haus 400.000 US-Dollar wert ist und Ihr Hypothekensaldo 250.000 US-Dollar beträgt, verfügen Sie über ein Eigenkapital von 150.000 US-Dollar.
Aber Eigenkapital ist kein Bargeld. Sie können damit weder Lebensmittel kaufen noch die Studiengebühren Ihres Kindes bezahlen. Um dieses Eigenkapital in ausgabefähiges Geld umzuwandeln, ohne das Haus verkaufen zu müssen, nutzen Millionen von Hausbesitzern ein Finanzinstrument namens Home Equity Line of Credit (HELOC).
Wie ein HELOC funktioniert
Stellen Sie sich eine HELOC wie eine riesige Kreditkarte vor, deren Kreditlimit jedoch nicht durch Ihre Unterschrift, sondern durch Ihr Haus abgesichert ist.
Im Gegensatz zu einem Standardkredit, bei dem die Bank Ihnen am ersten Tag einen Pauschalbetrag in bar auszahlt, gibt Ihnen ein HELOC ein „revolvierendes Kreditlimit“. Wenn die Bank Ihnen ein HELOC in Höhe von 50.000 US-Dollar genehmigt, können Sie heute 10.000 US-Dollar für die Reparatur Ihres Daches beziehen, es nächstes Jahr zurückzahlen und drei Jahre später 20.000 US-Dollar für den Umbau Ihrer Küche beziehen.
Sie zahlen nur Zinsen für den genauen Geldbetrag, den Sie tatsächlich abheben, nicht für den Gesamtbetrag von 50.000 US-Dollar.
Die zwei Phasen eines HELOC
Ein HELOC funktioniert in zwei unterschiedlichen Phasen, was Kreditnehmer oft überrascht:
- Der Ziehungszeitraum (normalerweise 10 Jahre): Während dieser Phase erhalten Sie eine an das HELOC gebundene Debitkarte oder ein Scheckbuch. Sie können das Geld bis zu Ihrem Limit frei ausgeben. Entscheidend ist, dass die meisten Banken während des Ziehungszeitraums nur monatliche Zahlungen „nur Zinsen“ verlangen. Dies macht die monatliche Rechnung unglaublich günstig.
- Die Rückzahlungsfrist (normalerweise 15–20 Jahre): Sobald die 10-jährige Bezugsfrist endet, wird die Kreditlinie eingefroren. Sie können kein Geld mehr abheben. Noch wichtiger ist, dass das Darlehen in ein normales Tilgungsdarlehen umgewandelt wird. Ihre monatliche Zahlung wird plötzlich in die Höhe schießen, weil Sie jetzt den Kapitalbetrag und die Zinsen zurückzahlen müssen.
Die Vorteile eines HELOC
- Niedrige Zinssätze: Da der Kredit durch Ihr Haus besichert ist, sind die Zinssätze von HELOC deutlich niedriger als bei Kreditkarten oder ungesicherten Privatkrediten.
- Flexibilität: Sie müssen keinen riesigen Pauschalbetrag leihen. Sie leihen sich nur das aus, was Sie brauchen, und zwar genau dann, wenn Sie es brauchen.
- Mögliche Steuerabzüge: Unter bestimmten IRS-Vorschriften (in den USA) können die von Ihnen gezahlten Zinsen steuerlich absetzbar sein, wenn Sie die HELOC-Mittel speziell für den „Kauf, den Bau oder die wesentliche Verbesserung“ des das Darlehen sichernden Hauses verwenden.
Die massiven Risiken
- Variable Zinssätze: Fast alle HELOCs haben variable (variable) Zinssätze, die an den Leitzins gebunden sind. Wenn die Inflation zunimmt und die Zentralbank die Zinsen erhöht, erhöht sich Ihre monatliche Zahlung automatisch.
- Der Rückzahlungsschock: Viele Hausbesitzer werden während der Bezugsperiode süchtig nach den günstigen „Nur-Zins“-Zahlungen. Wenn das 11. Jahr eintritt und das Darlehen die Rückzahlung des Kapitals erfordert, führt der plötzliche massive Anstieg der monatlichen Rechnung dazu, dass Tausende in Zahlungsverzug geraten.
- Zwangsvollstreckung: Dies ist das ultimative Risiko. Wenn Sie ein HELOC verwenden, um einen verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren oder einen an Wert verlierenden Vermögenswert wie einen Sportwagen zu kaufen, und Sie die Zahlungen nicht leisten können, führt die Bank eine Zwangsvollstreckung durch. Sie werden Ihr Haus verlieren, weil Sie den Sportwagen nicht bezahlen konnten.
Fazit
Ein HELOC ist ein leistungsstarkes, kostengünstiges Werkzeug, wenn es intelligent eingesetzt wird. Es eignet sich am besten für Hausrenovierungen mit hohem ROI oder als Reservefonds für extreme Notfälle. Gehen Sie die Zahlen sorgfältig durch, gehen Sie davon aus, dass die Zinsen steigen werden, und haben Sie immer einen Plan für die Rückzahlungsphase.